Die ersten Quellen

Die ersten Aufzeichnungen über „die Siedlung Boycha“ stammen aus dem Jahre 1436. Die brachliegende Landschaft wurde 1475 unter König Matthias besiedelt. Das freie Leben währte damals nicht lange: Mitte des 16. Jh. geriet das Land unter türkische Herrschaft, die Bevölkerung wurde zum Teil verschleppt oder ermordet. Die nächsten Quellen datieren erst hundert Jahre später, 1643.

Die leerstehenden Gebiete (ung: „Puszta“) wurden erst im Laufe der 18-19. Jh. neu besiedelt. Es hat Jahrhunderte gedauert, bis hier wieder Gemeinden mit eigener Verwaltung gebildet wurden. Bócsa ist seit dem 1. Dezember 1906 wieder selbstständig. Bei der Organisation des kulturellen Lebens war die katholische Kirche der Wegbereiter. Ende des 19. und Anfang des 20. Jh. war das Zentrum des Dorfes aber nicht dort, wo wir es heute sehen, die erste Kirche und Schule wurden in der Flur Fischerbócsa, dann in Zöldhalom gegründet. Im Rahmen eines staatlichen Bauprogramms wurden nach dem ersten Weltkrieg vier weitere Schulen und Kirchengebäude zwischen den einzelnen Gehöften errichtet.

 

Die Entstehung des heutigen Dorfes

Das Hochwasser der Donau bedeutete Anfang der 1940-er Jahre für die hier Lebenden eine echte Katastrophe. Die Gebäude vieler Einzelhöfe fielen einfach zusammen, Hunderte Einwohner verloren ihr Hab und Gut. Die Lösung wurde durch das staatliche Wohnbauprojekt „ONCSA“ gefunden, in dessen Rahmen 40 Wohnhäuser errichtet wurden. Sie bildeten die künftige Hauptstraße durch die Puszta und entwickelten sich später zum Dorfkern für das heutige Bócsa.

Nach 1945

In der kommunistischen Zeit wurden in Bócsa landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG) gegründet. Obwohl die kommunistische Agrarwirtschaft zahlreiche negative Seiten besaß, ist ihr positives Erbe bis heute spürbar. Die landesweit berühmte Kellerei Weinhaus Kft, die Gänse- und Entenzucht, sowie Weinanbau bilden einen wichtigen Faktor im Spektrum der örtlichen Unternehmen. Die Leichtindustrie wird in erster Linie durch die Farbenfabrik Poli-Farbe vertreten, deren Produkte europaweit bekannt sind und die zahlreiche Auszeichnungen erhielten. Die Palette der örtlichen Unternehmen gestalten Plastik- und Transportfirmen. Das kleine Bócsa ist dank dieser Unternehmen bedeutender Arbeitgeber in der Region und  Arbeitskraft-Importeur! Gärtnereien und Gänsezucht sind auch mit einem großen Volumen vorhanden.

Übergabe einer Gärtnerei

Entwicklung nach 2000

In den vergangenen Jahrzehnten ist die Infrastruktur wesentlich erweitert worden. Alle Straßen sind asphaltiert, ab 2018 wurden die Bürgersteige erneuert. Das Trinkwasser ist gemäß den EU-Verordnungen eisen- und arsenfrei. Im Dorf ist ein Kabelfernsehnetz ausgebaut. Internet und Handynetz funktionieren störungsfrei. Die Kanalisierung der inneren Haushalte konnte bisher noch nicht abgeschlossen werden.

Anschluss an das landesweite Radwegnetz